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Langzeittest Hilleberg Keron 3


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11 Antworten in diesem Thema

#1 Yog-Sothoth

Yog-Sothoth
  • 2 Beiträge

Geschrieben 12. März 2019 - 11:52

Ein freundliches Hallo!

 

Vor 25 Jahren habe ich das Hilleberg Keron 3 GT gekauft für meine Motorradreisen. Damals gab es die GT-Verlängerung noch gesondert. Man muss sie mit einem Reißverschluß zwischen Apsis und Hauptzelt einfügen. Genutzt wurde das Zelt gern, aber nicht extrem häufig. Irgendwann wollte meine Holde nicht mehr zelten und für eine Person war das Keron GT dann doch zu groß. Daher bin ich meist mit dem Zweitzelt (Nammatj 3 ohne GT) losgezogen. Zurück zum Keron: Benutzt habe ich es nach 1996 nur gelegentlich bei längeren stationären Aufenthalten, zum Beispiel bei einer Reise an einen Ort, an dem ich 12 Wochen bleiben musste. Eine Übernachtung im Hotel hätte ein Vermögen gekostet. Insofern hat das Zelt seine Investitionssumme längst verdient, auch wenn ich es nicht ständig in Gebrauch hatte. Folgende Macken stellten sich im Laufe der Zeit heraus:

 

  • Von Anfang an war die Naht über der großen Eingangstür undicht. Hilleberg hat dann später diese Tür umkonstruiert. Richtig wasserundurchlässig war der Zeltboden auch nicht. Ein Footprint löste das Problem.
  • Nach 20 Jahren löste sich die Beschichtung des Zeltbodens und des Footprints vom Gewebe und klebte einem an den Füßen. Ich habe daraufhin einen neuen Boden beim Hersteller einbauen lassen. 
  • Jetzt habe ich am Außenzelt bemerkt, dass sich die Silikonbeschichtung vom Gewebe löst. Das betrifft aber nur eine Apsis - und zwar diejenige, die man per Reißverschluss vom Restzelt abtrennen kann. Offenbar stammen die verarbeiteten Gewebe bei Hauptzelt und Apsis von verschiedenen Chargen. Ich hoffe das Problem an den betroffenen Stellen durch Bestreichen mit Sil-Net (hoffentlich) gelöst zu haben.

Klar, das Zelt sieht seinem Ende entgegen. Nach 25 Jahren ist das schon OK. In den 12 Wochen Dauercamping und zuvor in Südeuropa hat es ordentlich UV-Strahlung abbekommen. Interessanterweise aber zeigt das Nammatj keine Ablösungserscheinungen bei seinem Außenzelt. Und das, obwohl es auch 23 Jahre auf dem Buckel hat und wesentlich öfter zum Einsatz kam als das Keron. Eventuell hat ja der Stofflieferant vom Hilleberg um 1994 herum auf eine bessere Beschichtung umgestellt. Ich würde das Keron jederzeit wieder kaufen. Zwei Bilder zeigen einen der ersten Einsätze des Keron 1995 - zwei die jetzt aufgetretenen Schäden.

 

Das wars erst mal. Ach ja, ich heiße Wolf und steigere den hier vorhandenen Altersdurchschnitt wahrscheinlich beträchtlich. Da ich Hotels einfach nicht mag, treibe ich mich seit 1971 mit dem Zelt in Europa herum.

 

Grüßle

 

Wolf

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Bearbeitet von Yog-Sothoth, 12. März 2019 - 11:57.


#2 maku

maku
  • 954 Beiträge
  • Sport:Fahrradfahren, Wandern

Geschrieben 12. März 2019 - 22:28

Hallo Wolf und willkommen hier im Forum. Ein interessanter Bericht, viel besser als Unboxing oder irgendein Kurztest eines neu erworbenen Artikels. Die 25 Jahre kann ich toppen ^^ Ich habe zwei M65-Jacken, beide wurden 1968 genäht. Eine von Bonham und die andere von Apparel. Beide authentisch, nach der damaligen militärischen Spezifikation genäht, für die Vietnam-Krieger, echtes Kriegsmaterial.

 

Was gibt's dazu zu sagen? Sie tragen sich wunderbar und wollen einfach nicht kaputt gehen, alles funktioniert wie neu, unzerstörbare Reißverschlüsse, sogar die Flexcord-Züge sind nach über 50 Jahren noch frisch. Ein Bericht wäre demnach kurz und wenig sinnvoll. Das ist einer der "früher war alles besser"-Fälle, der alle heutigen (HighTech-) Textilien überleben dürfte.

 

Mit einem Zelt können beide nicht mithalten, sie sind einfach nicht komplex genug, obwohl die MilSpec über 70 Seiten geht und jeden Nadelstich wissenschaftlich aufbereitet. Was ich mich aber gefragt habe: Bekommt man heute ein Zelt, das 25 Jahre hält? Kannst du verraten, wie viel du damals für das gute Stück bezahlt hast? Wie war es beim Auf- und Abbau? Reinigung? Packmaß? Gewicht? Meine Jacken schlugen mit rund 300 Euronen zu Buche (Bonham: 100, Apparel: 200) und ich bedaure keinen Cent.

 

Gruß
Matthias



#3 Yog-Sothoth

Yog-Sothoth
  • 2 Beiträge

Geschrieben 13. März 2019 - 13:09

Hallo Matthias,

 

danke für das freundliche Willkommen! Da hast Du ja wirklich tolle Jacken. Militärausrüstung ist in der Haltbarkeit wohl unschlagbar. Zu deinen Fragen: Gekostet hat das Keron im Februar 1994 exakt 2.000 Mark (Hauptzelt + Verlängerung + Footprint für die lange Apsis). Als Zugabe habe ich mir einen Benzinkocher ernörgelt. Der Aufbau ist leicht: Vier Gestänge in die Tunnels einfädeln, zwei Häringe an einem Zeltende in den Boden kloppen, das Zelt in die Länge ziehen und dann mit den übrigen Häringen am Boden befestigen. Es dauert ein bisschen länger als beim Nammatj, das nur zwei Bögen hat. Der Abbau ist auch leicht: Die vier Stangen rausdrücken und das Zelt dann einfach in den Packsack stopfen. Wer das Packmaß reduzieren will, sollte das Zelt aber vor dem Eintüten falten und zusammenrollen. Als Gestänge gabs damals Easton mit 8,6 mm Durchmesser. Die reichen von der Dimensionierung eigentlich aus. Mit denen habe ich Anfang August 2017 eine wirklich üblen Orkan in Wiesbaden überstanden. Das Ereignis ging seinerzeit durch die Presse mit entwurzelten Bäumen, abgedeckten Dächern etc. Die Zeltstangen hielten das gut aus.

 

Thema Packmaß: Vorher hatten wir ein Firstzelt von Fjällräven (siehe Anhang). Verglichen mit dem war das Packmaß des Keron schon grenzwertig. Das Fjällräven füllte meinen Motorradkoffer nur zu etwa 25 % aus; das Keron braucht mindestens das Doppelte an Raum. Aber dieser Vergleich hinkt, denn das Fjällräven-Zelt bot auch deutlich weniger Raum und Komfort. Und: Das Fjällräven musste man vor dem Eintüten zwingend ganz sorgfältig zusammenlegen, beim Keron hab ich mir das aus Faulheit gespart und lieber ein größeres Packmaß hingenommen. Dennoch: Das vergleichsweise große Packmaß war dann eben doch der Grund, dass ich mir für meine Solo-Reisen das Nammatj zulegte. Hätte ich beim Kauf des Keron gewusst, dass ich es bald allein nutzen muss, dann hätte ich mich für das Nammatj 2 oder 3 GT entschieden. Gewicht des Keron 3: Ohne Verlängerung so um die vier Kilogramm, mit Verlängerung an die fünf. Reinigen? Ich habs vor dem Zusammenpacken trocken ausgewischt und gelegentlich im Garten mit dem Wasserschlauch abgespritzt. Das wars.

 

Grüßle

 

Wolf

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Bearbeitet von Yog-Sothoth, 13. März 2019 - 13:44.


#4 Fliegentod

Fliegentod
  • 541 Beiträge
  • WohnortNah am Kaiserstuhl

Geschrieben 13. März 2019 - 15:39

Ob ein heute gekauftes Zelt 25 Jahre hält können wir wohl erst in 25 Jahren beurteilen :D

Mein Vaude Mark III (Wird heute so nicht mehr produziert) ist inzwischen auch schon 7 Jahre alt. Bis auf eine Impregnierung hat das Zelt wenig Pflege erfahren und benötigt.

Der Nachfolger des Mark III hat nicht im Laden nicht überzeugt.

Ich tendiere inzwischen beim Kauf von wichtiger Outdoor-Ausrüstung in den Laden zu gehen und mir den Artikel genau vorführen zu lassen.

Lieber gebe ich hier ein paar Euro mehr für hochwertige Ausrüstung aus, als billigere Artikel mehrmals kaufen zu müssen weil sie nach Ablauf der Garantie defekt sind.



#5 maku

maku
  • 954 Beiträge
  • Sport:Fahrradfahren, Wandern

Geschrieben 13. März 2019 - 18:19

Ich würde sagen, das Hilleberg verhielt sich adäquat zu seinem Preis, die wenigen unschönen Dinge mal weggelassen. 2k war schon ein stolzes Sümmchen und ich behaupte, das Zelt hat sich dafür bewährt.

 

@Fliegentod, glaubst du, die Welt hält noch so lange? :D

Mehr bezahlen und dafür nicht meckern ist auch mein Prinzip aber es geht leider nicht immer so auf, wie man es gerne hätte. Ich sage nur Lundhags Synchro Mid und Corcoran 1500 - beide ihr Geld nicht wert aber das Geschrei der Hersteller und Verkäufer... Oh, mann! Unbezahlbar. Haix ist mit den ewig reißenden GoreTex-Membranen auch nicht besser, aber der Austausch ist problemlos, schnell und unbürokratisch  ^^ 



#6 machine

machine
  • 471 Beiträge
  • WohnortHeidelberg
  • Sport:Angeln, Survival, Wandern

Geschrieben 14. März 2019 - 20:34

Auch von mir ein freundliches Hallo Wolf. Da wird das Forum ja durch einen alten Campinghasen bereichert.

 

25 Jahre! Das ist ein Wort für ein Zelt. Solche Berichte lese ich viel lieber als von irgendwelchen Neuanschaffungen zu denen 0 Erfahrungswerte vorliegen. Leider bekommt man nach solch langer Zeit die Sachen nicht mehr 1 zu 1 nach zu kaufen und wie wir alle wissen ist das aktuelle Nachfolgemodell oftmals eher verschilmmbessert worden oder doppelt so teuer :evil: .

 

Ich habe mir 2016 eine bis dahin 15 Jahre altes Paar Lowa Wanderstiefel neu besohlen lassen :cool: . Ob ich das mit meinen neuen Haix in 15 Jahren auch mache weiß ich noch nicht :D . 



#7 maku

maku
  • 954 Beiträge
  • Sport:Fahrradfahren, Wandern

Geschrieben 14. März 2019 - 20:52

An den M65 gab's auch eine Verschlimmbesserung. Ich glaube ab Ende oder Mitte der 70er wurde der Stoff dünner. Ich rede hier immer noch von den M's, die vertragsgemäß für die US Army genäht wurden. Ihrer Beliebtheit und dem Kultstatus hat es jedoch nicht geschadet.

 

Bei meinen bisher besten Haix (P9) ist mir nach 5 Jahren das Leder eingerissen. Zu diesem Zeitpunkt war Goretex längst nicht mehr dicht. Bei den Nachfolgern (P6, da Glattleder) ist das Goretex auch nicht mehr dicht. Ich könnte umtauschen aber was kriege ich? Ich hatte schon Rekordzeiten von 7 km Marsch zum Einlaufen gehabt, also der Schuh gerade mal fast 2 Std. in Gebrauch. Man geht knöcheltief in einen Teich hinein und H2O kühlt die Füße von Innen. Von einem Schuh, den ich 15 Jahre tragen kann, träume ich noch. Aber lebe ich noch so lange? Hehe.



#8 machine

machine
  • 471 Beiträge
  • WohnortHeidelberg
  • Sport:Angeln, Survival, Wandern

Geschrieben 15. März 2019 - 14:32

Bei den neuen M65 von Alpha Industries ähnelt der Stoff dem G1000 von FR. Der Originalstoff war eher wie Segeltuch, soweit ich mich an meine alte Jacke erinnere. Die hatte ich ende der 80er gebraucht gekauft und im laufe der Jahre mit Bandstickern versehen und nach einigen Festivals und Mittelaltermärkten in die ewigen Jagdgründe entlassen :cool:. Zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass ich bis heute nicht weiß welcher Hersteller es war :embarrest:.

 

Was mir gerade in die Hände gefallen ist: Eine Leo Köhler Moleskin in oliv, naja inzwischen hellgrün. Gefertigt 2002, gekauft 2003. Ich liebe sie, Noch keine Naht aufgegangen, noch kein Knopf ab und das Beste: Sie passt immer noch. Oder hat sich noch immer angepasst :D.



#9 Fliegentod

Fliegentod
  • 541 Beiträge
  • WohnortNah am Kaiserstuhl

Geschrieben 18. März 2019 - 08:48

...das Beste: Sie passt immer noch. Oder hat sich noch immer angepasst :D.

 

Funktionsstoffe gab es also schon früher :D

Anpassfunktion, mitwachsend! Das damit noch nicht geworben wird :D



#10 machine

machine
  • 471 Beiträge
  • WohnortHeidelberg
  • Sport:Angeln, Survival, Wandern

Geschrieben 18. März 2019 - 11:41

Ein bisschen nachgeholfen habe ich schon :embarrest:. Habe den obersten Knopf versetzt ^^






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